Samstag, 9. September 2017

[Was lernen wir daraus?] Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Oft wird Lesern von Trivialliteratur Anspruchslosigkeit vorgeworfen. Natürlich hat ein „Harry Potter“ nicht den gleichen literarischen Status wie ein „Faust“ oder „Krieg und Frieden“. Dennoch stelle ich die gewagte These auf, dass man aus jeder Literatur ihren Nutzen ziehen kann. Das muss aber nicht immer so offensichtlich sein. Und es kann auch unterhaltsam sein, gerne sogar. Jedes Buch hat seine Lehren. Nur weil ein Buch glitzernde Vampir enthält, muss es ja nicht Schund sein, nur weil es vielleicht keine hochgebildeten Themen bespricht oder eine außergewöhnliche Sprache nutzt. 

Heute im Gespräch:

Reihe: Die Tribute von Panem
Bände: 3
Autor: Suzanne Collins
Genre: Dystopie
Verlag: Oetinger 
Meine Rezensionen:
Tödliche Spiele
Gefährliche Liebe
Flammender Zorn

Kurzbeschreibung: 
Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit ... 

Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln - was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? 

Und was lernen wir daraus? 

1. Manchmal tritt man mit einem kleinen Stein eine ganze Lawine los.
2. Manchmal kann man das Schicksal nicht aufhalten.
3. Oft sehen andere Menschen uns viel positiver als wir selbst es tun.
4. Mache niemals ein Feuer, wenn Mörder umherschleichen.
5. Charisma ist eine stark unterschätzte Fähigkeit und kann einen durchaus durchs Leben mogeln.
6. Manchmal kann man nicht jedem helfen.
7. Manchmal weiß man selbst gar nicht, dass oder wie sehr man jemanden liebt.
8. Wir alle haben jemanden oder etwas, für den oder das wir alles tun würde.
9. Die offensichtlichsten Dinge sind oft am schwierigsten zu erkennen.
10. Der Überlebensinstinkt ist der ureigenste Instinkt des Menschen.
11. Gemeinsam kann man viel erreichen.
12. Manche Lügen können zu Wahrheiten werden.
13. Wenn man am glücklichsten ist, kann man am tiefsten fallen.
14. Sich bei Gewitter neben einen hohen Baum zu stellen ist nicht unbedingt die beste Idee.
15. Freundschaften können aus den ungewöhnlichsten Gründen und unter den ungewöhnlichsten Umständen entstehen.

Freitag, 8. September 2017

[Gesellschaftskritische Gedanken] Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Reihe: Die Tribute von Panem
Bände: 3
Autor: Suzanne Collins
Genre: Dystopie
Verlag: Oetinger 
Meine Rezensionen:
Tödliche Spiele
Gefährliche Liebe
Flammender Zorn

Kurzbeschreibung: 
Überwältigend! Von der Macht der Liebe in grausamer Zeit ... 

Nordamerika existiert nicht mehr. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung. Alljährlich finden grausame Spiele statt, bei denen nur ein Einziger überleben darf. Als die sechzehnjährige Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester ausgelost wurde, meldet sie sich an ihrer Stelle und nimmt Seite an Seite mit dem gleichaltrigen Peeta den Kampf auf. Wider alle Regeln rettet er ihr das Leben. Katniss beginnt zu zweifeln - was empfindet sie für Peeta? Und kann wirklich nur einer von ihnen überleben? 


Meine Gedanken (mit Spoilern): 
Mit „Die Tribute von Panem“ wurden Dystopien wieder Kult. Obwohl selbst der dritte Band bereits vor über sechs Jahren erschienen ist, bleibt es – vermutlich nicht nur für mich – eine absolute Besonderheit im Dystopiebereich. Ob Collins sich nun wirklich von „Battle Royale“ inspirieren lassen hat oder nicht – ihre Reihe ist ein großes Mahnmal an die Gesellschaft und auf ihre Art einzigartig. Warum?

Mich persönlich faszinieren Dystopien und ihre Gesellschaftskritik sehr. Mit ihnen kann jedes Thema so verarbeitet werden, dass auch Jüngere oder weniger interessierte Leute erreicht werden. In der Buchreihe „Die Tribute von Panem“ geht es dabei um ein Regierungssystem, das auf Unterdrückung setzt. Das Volk wird in Gruppen eingeteilt, um zu zeigen, dass es nicht geeint ist. Und um dies noch extremer zu verdeutlichen, wird jedes Jahr ein Wettkampf veranstaltet, in dem sich die Jugendlichen der Distrikte auf den Tod bekämpfen müssen. Das System funktioniert, weil niemand dagegen aufbegehrt. Es funktioniert, weil man viele kleine Gruppen besser kontrollieren kann als eine einzige. Und es funktioniert, weil die Distrikte in ihrer Kommunikation voneinander vollkommen abgeschnitten sind.

Interessant wäre herauszufinden, wie es überhaupt dazu kam, dass sich Distrikte und ein Kapitol gebildet haben. Wenn man sich unsere aktuelle Welt ansieht, geht ja alles mehr Richtung Individualität und jeder hat seine eigenen Lebensvorstellungen und vor allem beruflichen Wünsche. Dass innerhalb von Generationen der gleiche Beruf ausgeübt wird, ist kaum noch gängig und doch findet dieses System in Panem durchaus Verwendung. Wer in Distrikt 12 geboren wird, kann nicht einfach Fischer oder Holzfäller werden. Und da kommt gleich die nächste Frage auf: Was machen eigentlich die Leute im Kapitol? Einige haben offensichtlich Läden, einige sind Politiker, einige gehören fest integriert zu den Spielen. Wahrscheinlich gibt es auch noch andere Unterhaltungsmöglichkeiten, aber so verwöhnt und unterhaltungsausgerichtet diese Gesellschaft ist, müssen sie trotzdem von irgendwas leben – und zwar jeder einzelne von ihnen. Sonst stellt sich die Frage, ob viele der Bewohner des Kapitols einfach nur Erben reicher Familien sind und sich dies durchgängig fortsetzt. Trotzdem könnte das nicht für immer gutgehen.

Wenn man mal anfängt zu rechnen, sind 75 Jahre gar keine so lange Zeit. Wie das in Panem ist…nun, das steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber Todesraten sind ja leider nur in Maßen bekannt. Es ist faszinierend, dass in der gesamten Reihe nie ein wirklich alter Mensch mal seine Gedanken zu den Spielen äußert. Die Ältesten bilden tatsächlich Haymitch und Katniss‘ Mutter. Aber das waren die 50. Spiele und davor kann so viel passiert sein. Das ist tatsächlich etwas schade, denn dadurch könnte ein bisschen Licht ins Spiel gebracht werden, um die Beweggründe des Kapitols besser zu verstehen. Nicht einmal über Generationen hinweg gibt es Erzählungen. Zensur durch das Kapitol oder aus Angst? Katniss‘ Mutter hatte ja auch Angst, dass Katniss und Prim die Lieder ihres Vaters einfach nachsingen und hat sie verboten. Redet deshalb niemand über die Vergangenheit? Distrikt 13 zählt dabei nicht. Sie reden zwar gerne und viel über ihre Vergangenheit, aber nur in dem Rahmen, der sie betrifft.

Jugendliche sind in der Regel in ihrer Reifezeit. Mit Kindern könnte man auch einen krassen Effekt erzielen. Diese sind niedlich und wecken den Beschützerinstinkt im Menschen. Bei Erwachsenen wiederum passiert das kaum. Selbst bei uns schauen viele weg, wenn jemandem was auf der Straße passiert. Jugendliche sind daher sehr raffiniert gewählt. Sie sind noch so jung, dass es die Distrikte bestürzt, sie zu verlieren, aber wiederum so alt, dass die Bewohner des Kapitols keine zu starken Emotionen zu ihnen aufbauen. Natürlich geht das auch bei Jugendlichen, aber aus Sicht des Kapitols sind Jugendliche schön und stark. Sie können kämpfen, sind noch in bester Form, aber auch nicht mehr hilflos.

Distrikt 12 wird vom Kapitol kaum beachtet. Die Versorgung ist erbärmlich. Viele hungern, aber dafür stehen die Außengrenzen nur selten unter Strom. Stellt sich die Frage: Warum? Ist Distrikt 12 dem Kapitol so unwichtig? Brauchen sie einfach keine Kohle? Man kann vielleicht davon ausgehen, dass das Kapitol nicht gerade mit Kohle heizt, aber die anderen Distrikte definitiv. Und außerdem dient Kohle ja nicht nur zur Wärmeerzeugung, sondern auch zur Stromerzeugung. Hat das Kapitol eine wirksamere Methode zur Stromgewinnung? Ja, natürlich. Distrikt 5. Denn die sind ja nur dazu da. Und Strom ist für das Kapitol eines der wichtigsten Dinge überhaupt. Ohne Strom könnten sie nicht einmal die Distrikte wirksam in Schach halten. Daneben scheint Distrikt 12 nur eine minimale Bedeutung zu haben, obwohl Kohle ein wichtiger Faktor zur Energiegewinnung ist. Wenn dies aber so wichtig ist, macht es keinen Sinn, Distrikt 12 so zu vernachlässigen. Mag sein, dass Distrikt 11 zum Beispiel viel grundlegender für die gesamte Bevölkerung ist, weil sie nun einmal Nahrung produzieren, aber heißt das, dass das Kapitol ihr Luxusgut Strom gar nicht so wichtig findet? Scheinbar gab es ja einen Umbruch von Friedenswächter zu Friedenswächter, was auch bedeutet, dass es früher mal anders war.

Wie bricht man eine Figur in 1.276 Seiten? Ganz einfach. Man bedroht das, was die Figur liebt. Also, Prim, ihre kleine Schwester. Man sorgt dafür, dass dieses etwas in akuter Lebensgefahr ist und die Person trotzdem die Chance hat, etwas zu unternehmen. Sich freiwillig für die Spiele melden. Dann lässt man sie den größten Horror erleben, den sie nur für ihre Schwester auf sich genommen hat. Man gibt ihr wieder eine Person, die sie langsam zu lieben lernt. Und nimmt sie ihr weg. Ohne Hoffnung, etwas unternehmen zu können. Man sorgt dafür, dass diese Person sie später nicht mehr liebt. Unerwiderte Liebe ist grausam. Unsere Figur hat nun alles wieder. Beide Personen, die sie mehr als alles andere liebt. Und dann stößt man sie an den Abgrund und sorgt dafür, dass alle Geschehnisse von Beginn an sich sinnlos anfühlen: Prim muss sterben. Vor Katniss‘ Augen, während sie nichts dagegen tun kann. Denn so hätte es eigentlich kommen müssen. Und dann sorgt man noch dafür, dass das Vertrauen in die einzige Person, der man immer vertraut hat, gebrochen wird. Mehr braucht es gar nicht.

Und trotzdem war nicht alles umsonst. Katniss hat zwar verloren, wofür sie ganz persönlich gekämpft hat, aber dafür hat sie allen anderen in Panem die Möglichkeit gegeben, sich endlich aus der Tyrannei zu befreien. Sie hat den Stein ins Rollen gebracht, auch wenn sie nie die Intention dazu hatte. Die Schlacht mag vielleicht verloren sein, der Krieg jedoch nicht.

Dies sind nur einige wenige Gedanken zur Buchreihe, die man natürlich unendlich weiterspinnen könnte. Es gibt so viele unbeantwortete Fragen und so viele kritische Themen, die in diesen Büchern verarbeitet werden. Und trotzdem wirken sie nie aufgesetzt, sondern so lebensecht, dass einem die Erlebnisse manchmal den Atem rauben und sich immer wieder in die Gedanken einschleichen.

Habt ihr euch auch schon einmal intensivere Gedanken zur Panem-Reihe gemacht? Was ist euch besonders aufgefallen?

Mittwoch, 6. September 2017

[Rezension] Paladero - Die Reiter des Donners von Steven Lochran

Titel: Die Reiter des Donners
Reihe: Paladero
Band: 1
Autor: Steven Lochran
Genre: Fantasy, Jugendroman
Erscheinungsdatum: 14.08.2017
Seiten: 320
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-570-31148-6
Originalpreis: 9,99€

Klappentext: 
Joss träumt schon immer davon, ein Paladero zu werden, ein Reiter des Donnerreichs. Diesen Titel zu erlangen, erfordert Mut, Kraft und die Bereitschaft, das eigene Leben zu riskieren. Gemeinsam mit drei Mitstreitern macht Joss sich mit seinem treuen Raptor Azof auf den Weg durch das Donnerreich, um sich zahlreichen Mutproben zu stellen. Nur wer die seltenen Eier einer bisher unbezwingbaren Donnerechse unversehrt zurück nach Turmstadt bringt, hat es verdient, die Ausbildung zum Paladero anzutreten. Doch es warten nicht nur menschliche Gefahren auf die vier Gefährten … 

Meinung: 
Jurassic Park trifft auf Game of Thrones – darunter kann man sich eigentlich keinen Jugendroman vorstellen. Trotzdem klingt es nach einer verlockenden Mischung und das wirklich schöne Cover wurde zum Glück ins Deutsche übernommen. Kann das Buch also halten, was es verspricht? Dinosaurier und Intrigen?

Diese Frage kann man weder ganz mit Ja, noch mit Nein beantworten. Die Handlung kommt recht zügig in Gang und man lernt den Protagonisten schnell kennen. Der junge Knappe Joss will unbedingt Paladero werden und sieht seine Chance, um diesem Wunsch auf die Sprünge zu helfen. Die Handlung rauscht nahezu an einem vorbei, ein Ereignis jagt das andere. Das Königreich Ai bietet ein faszinierendes Setting, ein Mischmasch aus Dinosauriern und einer Art Wüstenatmosphäre gepaart mit wirklich fortschrittlicher Technologie. Dieser Kontrast fällt allerdings nicht negativ auf. Der Ansatz ist durchaus sehr originell. Joss tritt in diesem Buch die typische Heldenreise an und muss dabei auch über sich hinauswachsen. Das wird sehr schön umgesetzt. Generell ist dieser Roman thematisch wirklich großartig, da zum Beispiel auch das Thema Transgender auf sensible und positive Weise verarbeitet wird. Die Plotstränge sind zwar nicht unbedingt komplex, aber durchaus spannend. Mit Game of Thrones kann man das Buch aber nun wirklich kaum vergleichen. Es gibt zwar durchaus die ein oder andere Intrige, aber der Vergleich hinkt einfach.

Gerade die Charaktere sorgen dafür, dass man doch mitfiebert, auch wenn so manches etwas vorhersehbar war. Joss ist ein sympathischer Junge, der die ideale Identifikationsperson bildet, da er selbst nur mit dem Ort vertraut ist, an dem er aufgewachsen ist und ansonsten gemeinsam mit dem Leser alles entdeckt. Er ist zwar manchmal auch etwas anstrengend gewesen, aber insgesamt ein durchdachter Charakter. Auch seine Gefährten Zeke, Drache und Heldin sind ausgefeilt und glaubwürdig. An die Namen muss man sich erst gewöhnen und es wird auch nicht erklärt, warum Drache zum Beispiel mit seinem Nachnamen angesprochen wird.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und erzeugt ein großartiges Kopfkino. Gerade für Jugendliche ist der Stil auch durchaus angemessen und nicht zu anspruchsvoll. Wie gesagt wirkt die Namensverteilung etwas willkürlich, auch wenn viele davon einen südländischen Touch haben. Das irritiert teilweise ein bisschen und gerade Draches und Heldins Namen hätte man vielleicht (früher) erklären können. Schön sind übrigens dafür die Illustrationen im Buch, die ans Cover angelehnt sind und die Heldengruppe zeigen.

Insgesamt ist der Auftakt der neuen Abenteuerreihe durchaus gelungen und vor allem sehr handlungsreich, wodurch man durchaus mitgerissen wird. Gut finde ich, dass hier auf viele Klischees, die man erwarten würde, verzichtet wurde. Leider war zwar ziemlich offensichtlich, wer der Verräter ist, aber ich kam zwischendurch auch mal ins Zweifeln. Dies ist zwar ein ungewöhnlicher Setting-Mix, aber vielversprechend.

Fazit: 
„Paladero – Die Reiter des Donners“ handelt von einer sympathischen, potenziellen Heldengruppe, die an einem Strang ziehen muss, um ihren Träumen ein Stück näher zu kommen. Die Handlung hält dabei viel Action und ein originelles Setting bereit.

Inhalt: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Sonntag, 3. September 2017

[Rezension] Der kleine Hobbit von J.R.R. Tolkien

Titel: Der kleine Hobbit
Autor: J.R.R. Tolkien
Genre: High Fantasy, Kinderbuch
Erscheinungsdatum: 01.07.2012
Seiten: 336
Verlag: dtv
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-423-21393-6
Originalpreis: 9,95€

Klappentext: 
Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben von Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei Weitem übersteigt. Er will den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes helfen und begibt sich auf eine lange Reise, die ihn quer durch Mittelerde führt. 

›Der kleine Hobbit‹ erzählt die spannende Vorgeschichte zum ›Herrn der Ringe‹: Auf seiner abenteuerlichen Reise gelangt Bilbo in den Besitz des Ringes, den er später an seinen Neffen Frodo weitergibt – die Grundlage für die legendäre Trilogie um den »Einen Ring«. 

Meinung:
Es ist eine Krux. J.R.R. Tolkien zählt zu den Autoren, die man mit Sicherheit gelesen haben sollte – nach Meinung vieler. Lesen, um mitreden zu können. Wobei sich die Frage stellt – warum lesen, wenn es jetzt die Filme gibt? Gut, das wird man von den wenigsten Bibliophilen zu hören bekommen. Ich selbst habe es schon als Kind mit dem werten Herrn Tolkien versucht, aber nur kurz. Und während es damals noch „Der Herr der Ringe“ war, habe ich mich nun zuerst an seinen kleinen Bruder, „Der kleine Hobbit“ oder auch „Der Hobbit“, herangewagt.

Das Leseerlebnis war durchaus überraschend – auf verschiedene Arten. Heutzutage würde diese Geschichte als Kinderbuch bestimmt nicht mehr gut ankommen, auch wenn es stilistisch oft passt. Dennoch kann man dieses Buch nicht unbedingt als brutal bezeichnen. Die Handlung verfolgt die übliche Heldenreise, die der nicht mehr ganz so junge Hobbit Bilbo gemeinsam mit dreizehn Zwergen und einem Zauberer antritt. Für die damalige Zeit war das Buch vermutlich sehr originell und fantasiereich. Tolkien besticht mit einer geradlinigen, durchaus ab und an überraschenden Geschichte. Dennoch hat diese Geschichte auch ihre Macken und eine bringt Bilbo selbst sogar auf den Punkt: Bis auf ihn selbst und Gandalf rührt keiner in der Reisegruppe auch nur einen Finger. Die Zwerge mit der höchsten Motivation diese Reise zum Erfolg zu bringen, ruhen sich auf den beiden komplett aus. Da Bilbo im Grunde der Protagonist der Geschichte ist, ist das nicht zwingend etwas Schlimmes, aber wirkt trotzdem unglaubwürdig. Spannung kann leider nur minimal aufkommen, da Tolkien die Geschehnisse immer wieder vorwegnimmt. Auch treten manche Charaktere erst auf, wenn sie gebraucht werden, was einen gewissen „Deus ex machina“-Effekt erzeugt.

Wenn man ehrlich sein will, ist keiner der Charaktere so richtig sympathisch. Bilbo ist allerdings eine gute Identifikationsfigur, da der Leser sich wie er nicht so richtig auskennt. Er ist auch eigentlich die tiefgründigste Figur, was natürlich Sinn macht. Auch macht er im Buch als einziger eine echte Entwicklung durch. Die Zwerge wiederum sind ziemlich blass und werden nur sehr geringfügig charakterisiert. Der einzige, der halbwegs sympathisch rüberkommt, ist Balin, weil er etwas Loyalität zeigt.

Tolkiens Stil ist wirklich mal etwas anderes und sehr gewöhnungsbedürftig. Darauf muss man sich wirklich einlassen. Er schreibt sehr bildreich und der Stil erinnert einen ganz grob an Erzählungen für Kinder. Außergewöhnlich ist seine Art, auf Ereignisse anzusprechen, die noch in der Zukunft liegen. Auch kommentiert er die Geschichte sehr gerne auf verschiedenste Arten. Sehr häufig wird auch gesungen. Gemeinsam mit der Handlung gestaltete der Stil das Leseerlebnis etwas zäh.

Insgesamt bin ich tatsächlich etwas enttäuscht vom Buch, aber das wäre vermutlich anders, wenn ich die Filme nicht vorhergesehen hätte, die deutlich mehr dazu erfundenen Inhalt haben und Bilbo auch ein bisschen mehr zum aktiven Helden machen. So konnte ich nur immer wieder den Kopf darüber schütteln, warum Gandalf und Bilbo sich das Verhalten der Zwerge gefallen lassen. Überzeugen konnte mich die Geschichte leider kaum, aber trotz allem ist sie durchaus eine unterhaltende Geschichte, bei der vor allem der Schreibstil hervorsticht.

Fazit: 
„Der kleine Hobbit“ besitzt eine interessante Hintergrundgeschichte, die allerdings kindergerecht nur in Maßen serviert wird. Leider leiden darunter auch die Charaktere, die größtenteils skizzenhaft bleiben und nicht einmal wirklich stereotyp. Wer dieses Buch lesen möchte, sollte im Kopf behalten, dass es nun einmal ein Kinderbuch ist und es daher an Komplexität mangelt.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 2/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt:

Samstag, 2. September 2017

[Kurzrezension] Die 100 - Rebellion von Kass Morgan

Titel: Rebellion
Reihe: Die 100
Band: 4
Autor: Kass Morgan
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 14.08.2017
Seiten: 272
Verlag: Heyne fliegt
Format: Taschenbuch
ISBN-13: 978-3-453-27140-1
Originalpreis: 12,99€

Kurzbeschreibung: 
100 jugendliche Straftäter wurden aus dem Weltraum entsandt, um die Erde neu zu besiedeln.

Inzwischen haben sie sich auf dem blauen Planeten behauptet, gegen die ihnen zunächst feindlich gesinnten Erdbewohner. Und gegen den Vizekanzler Rhodes, der sie einst als Straftäter brandmarkte und gnadenlos verfolgte. Doch nun droht der Erdkolonie neues Unheil: Eine Sekte hat sich in ihrer Mitte gebildet, die möglichst viele Anhänger gewinnen möchte - und alle anderen gewaltsam bekämpft. Vollkommen überraschend verwüsten sie das Lager und entführen mehrere Jugendliche. Clarke, Bellamy und die anderen müssen sie unbedingt retten, bevor Schreckliches passiert. Und plötzlich stehen die 100 vor der größten Herausforderung ihres Lebens ... 

Meinung: 
Mit „Rebellion“ kommt der Abschluss der „Die 100“-Reihe. Der Titel ist dabei vielleicht etwas fragwürdig gewählt. Ruhe ist eingekehrt und Himmels- und Erdmenschen haben sich zusammengetan. Aber noch können sie sich nicht ausruhen, denn es gibt eine neue Bedrohung und mit dieser lernen wir eine neue Gruppe von Menschen auf der Erde kennen. Ich persönlich fand diese Entwicklung ziemlich interessant, weil sie zeigt, dass die Erde nun einmal nie wirklich harmlos sein wird und es noch viel Unbekanntes zu entdecken gibt. Der Konflikt, der sich durch diese andere Gruppe auftut, ist überwiegend gut gestaltet, wenn auch ziemlich stereotyp und dadurch leicht vorhersehbar. Man hat irgendwie das Gefühl, dass es der Geschichte an Tiefe fehlt. Den Streit zwischen Clarke und Bellamy fand ich zum Beispiel übertrieben und wie der typische Hick-Hack, den man so oder ähnlich schon hundert Mal gesehen hat. Irgendwie war es unnötig und ist am Ende auch untergegangen. Aber genau so ging es mir mit der ganzen Handlung in diesem Buch. Es schien so als hätte keiner der Charaktere hierbei eine wirkliche – logische – Entwicklung durchgemacht. Glass zum Beispiel sucht nach einer Lebensmotivation, findet sie augenscheinlich, vergisst dabei andere Dinge, die ihr wichtig sind, um sich am Ende wieder zu besinnen. Die Tendenz war zwar in Ordnung, aber die Glaubwürdigkeit litt darunter. Es mangelte an allen Ecken und Enden an Komplexität und originellen Ideen. So war im Grunde von Anfang an klar, wie sich die Geschichte bis zum Ende entwickeln würde. Dieses hat mich ebenfalls etwas enttäuscht, passte aber zumindest dazu. Das Buch ist durchaus unterhaltsam, aber man sollte sich nicht zu viel davon versprechen, wenn man etwas Ausgefeilteres lesen möchte.

Fazit:
„Die 100 – Rebellion“ schließt die Reihe um die hundert Jugendlichen mit vorhersehbaren Wendungen ab und bleibt dabei deutlich hinter den vorhergehenden Bänden zurück.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt:

Sonntag, 27. August 2017

[Kurzrezension] Infernale - Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan

Titel: Rhapsodie in Schwarz
Reihe: Infernale
Band: 2
Autor: Sophie Jordan
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 13.03.2017
Seiten: 384
Verlag: Loewe
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-7855-8369-2
Originalpreis: 18,95€

Kurzbeschreibung:
Ich hatte geglaubt, Mörderin genannt zu werden und alles zu verlieren – meine Zukunft, meinen Freund, meine Freunde – wäre das Schlimmste, was mir passieren konnte. Aber ich habe mich getäuscht. Herauszufinden, dass sie recht haben? Herauszufinden, dass ich genau das bin? Das ist noch viel schlimmer.

Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin. Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los ...

Meinung:
Den ersten Band habe ich wirklich gemocht. Alles wurde sehr authentisch beschrieben. Da hat man richtig Gänsehaut bekommen. Aber der zweite Band ist vergleichsweise eine ziemliche Enttäuschung. Im Grunde ist das Buch nicht schlecht, aber in vielen Punkten vergisst man leicht, dass das hier eigentlich Teil einer Reihe sein soll. Davy und ihre Freunde wollen nach Mexiko fliehen und dabei überschlagen sich die Ereignisse und sie gerät an eine Widerstandsgruppe. Ihre innere Motivation und ihre Wünsche sind dabei durchaus glaubwürdig dargestellt, auch wenn Davy oft fast ein bisschen zu stur und unnachgiebig war. Man kann sagen, dass dieser Band der Dilogie sehr passiv ist. Im Ernst. Es passiert quasi so gut wie gar nichts. Dennoch durchlebt Davy einiges und macht eine innere Entwicklung durch. Keine gute Entwicklung muss man zugeben, aber zumindest setzt sie sich mit sich selbst auseinander. Leider ist sie dabei furchtbar selbstzerstörerisch und scheint gleichzeitig die Gründe für dieses Verhalten schnell in den Hintergrund zu drängen, was etwas widersprüchlich war. Im Endeffekt gilt ihre Selbstfindung vor allem dem Bezug zu ihren Freunden und das wurde tatsächlich gut gelöst. Über die Gesellschaft wiederum erfährt man leider wenig und wenn dann auch nur über die bereits aus dem ersten Band bekannten Protokolle. Bei der Liebesgeschichte muss ich die Autorin allerdings halbwegs loben. Okay, überzeugen konnte sie zwar von vorne bis hinten nicht, weil alles viel zu übereilt und unmotiviert wirkte, aber dafür fand ich ihre doch recht fragwürdige und unpopuläre Entscheidung wirklich großartig. Diese Entscheidung wird allerdings vermutlich vielen anderen auf den Magen schlagen. Leider muss man aber auch sagen, dass gerade dieser Teil der Handlung im Vordergrund steht. Auch das Ende war damit einhergehend wenig befriedigend. Mir persönlich kam es nicht so vor als hätte Davy etwas aus der Sache gelernt und insgesamt hatte man einfach das Gefühl zwei völlig verschiedene Romane gelesen zu haben. Es ist immer noch eine gute Reihe, aber der Abschluss ist einfach nicht ganz stimmig.

Fazit:
„Infernale – Rhapsodie in Schwarz“ hätte durchaus gut sein können, wenn Davys Charakterentwicklung wenigstens einen sinnvollen Verlauf genommen hätte. So hat man das Gefühl alles nur passiv zu beobachten und keinen Anteil am Geschehen zu haben – da Davy dies auch nicht hat.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 4/5

Gesamt: 

Donnerstag, 24. August 2017

[Kurzrezension] Talon - Drachennacht von Julie Kagawa

Titel: Drachennacht
Reihe: Talon
Band: 3
Autor: Julie Kagawa
Genre: Romantasy
Erscheinungsdatum: 31.10.2016
Seiten: 480
Verlag: Heyne fliegt
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-453-26972-9
Originalpreis: 16,99€

Kurzbeschreibung: 
Auch wenn ihr dadurch größte Gefahr droht, hat sich das Drachenmädchen Ember endgültig von der mächtigen Organisation Talon losgesagt. Nun hat sie auch noch ihren wichtigsten Verbündeten verloren: Garret, den Georgsritter, der ihr Feind sein sollte, der sie aber liebt. Obwohl Ember tief für ihn empfindet, hat sie ihn doch von sich gestoßen. Zutiefst verletzt, reist Garret nach London. Dort entdeckt er ein schreckliches Geheimnis über den Georgsorden. Ein Geheimnis, das sie alle, Ritter wie Drachen, ins Verderben reißen könnte. Und er erfährt, dass Ember dabei ist, in eine tödliche Falle zu laufen. Er muss zurück zu ihr … 

Meinung:
Oh, Großer Wyrm, das war vielleicht eine Achterbahnfahrt. Während der zweite Band der Reihe mich noch gut überzeugen konnte, wird es mit diesem leider kritisch. Obwohl die Storyline weiterhin durchaus schlüssig und erst einmal unerwartet ist, gibt es viele Punkte, die teilweise nervig waren. Darunter fällt auch ein wichtiger Bestandteil der Reihe: Die Liebesgeschichte. Eigentlich war die Dreiecksgeschichte bisher noch ganz angenehm, auch wenn ich mit Garrett nichts anfangen kann. Aber in diesem Band hacken sowohl Garrett als auch Riley die ganze Zeit jeweils auf einer Sache herum, die sie ihrer Meinung nach jeweils intensiv mit Ember verbindet. Das hängt einem irgendwann zum Hals raus. Aber wenigstens macht der Plotstrang Fortschritte. In diesem Band gibt es auch einen neuen Charakter, der tatsächlich recht cool ist, aber mal sehen, wie es damit noch weitergeht. Garretts Plotstrang war diesmal ausnahmsweise Mal in Ordnung, er hatte endlich wieder eine Rolle. Dafür war ich gegen Ende hin aber trotzdem etwas enttäuscht, weil es etwas gehetzt wirkte. Riley ist dafür irgendwie…nicht mehr so sehr Riley wie gewohnt. Er will für Ember menschlicher sein, aber das passt null und das bringt mich nur wieder zurück dazu, dass immer noch konfus ist, warum sie alle einerseits ihre Drachen als eine Art eigenständige Person betrachten, aber sich auch jegliche Menschlichkeit absprechen. Das wird zwar auch endlich ein bisschen zum Thema, ist aber trotzdem irritierend. Dante hat auch wieder einen Platz im Roman gefunden. Seine Rolle mag langweilig wirken, aber ich bin ja der Meinung, dass das noch ziemlich wichtig wird. Das Ende war recht vorhersehbar, aber durchaus akzeptabel. Insgesamt geht die ganze Action allerdings ziemlich zwischen dem Gesülze von Riley und Garrett unter.

Fazit:
„Talon - Drachennacht“ ist eigentlich eine durchdachte, wenn auch im späteren Verlauf eher stereotype Fortsetzung. Leider tritt das Liebesdreieck zu sehr in den Vordergrund und rückt die Stärken des Romans in den Hintergrund.

Inhalt: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 3/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt:  

Dienstag, 22. August 2017

[Kurzrezension] Evolution - Die Quelle des Lebens von Thomas Thiemeyer

Titel: Die Quelle des Lebens
Reihe: Evolution
 Band: 3
Autor: Thomas Thiemeyer
Genre: Dystopie
Erscheinungsdatum: 26.06.2017
Seiten: 416
Verlag: Arena
Format: Hardcover
ISBN-13: 978-3-401-60169-4
Originalpreis: 17,99€

Kurzbeschreibung: 
Endlich am Ziel! Nach einer strapaziösen Flucht durch Sümpfe und Wüsten erwacht Jem in der Oase der Zeitspringer. Doch wie ist er hierher gekommen und wo sind seine Freunde? Katta ist verschwunden, Lucie und der kleine Squid liegen im Koma. Als Anführerin GAIA sich seiner annimmt, keimt in Jem Hoffnung: auf Rückkehr, auf ein neues Leben. Aber dann erwacht Lucie und den Freunden wird klar, in welch perfides Spiel sie geraten sind. Ein Spiel, das die Zukunft der Erde bedroht. In einer finalen Schlacht müssen die Jugendlichen sich entscheiden: Stehen sie auf der Seite der Tiere oder der Menschheit? 

Meinung: 
Kein halbes Jahr mussten die Leser auf den dritten Band der „Evolution“-Reihe warten. Dennoch muss ich sagen, dass mich dieser leider sehr enttäuscht hat. Die Handlung setzt sich nahtlos fort und während wir im zweiten Band noch viel über die Zitadelle und ihre Bewohner lernen, wird die Enklave nur durch vier Personen und eine KI charakterisiert. Ansonsten wird einfach niemand erwähnt. Die Menschen dort bekommen rein gar nichts vom Geschehen mit und werden in keine Entscheidung einbezogen oder sonst etwas. Wie man sich denken kann, ist in der Enklave auch nicht alles so sonnig wie zu erwarten gewesen wäre und die Gefährten sehen sich bald ihrem größten Problem gegenübergestellt: Vielleicht kommt es zum Krieg zwischen Menschen und Tieren. Doch das kann vielleicht verhindert werden. So ziemlich alle kommen auf die ein oder andere Art in die Enklave und haben dadurch auch verschiedene Perspektiven auf das Geschehen. Bei der Handlung überwog leider das Klischee und der Autor hat manche problematischen Themen sehr leicht umgangen wie zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen Jem und Lucie, die mittendrin für eine Weile aussetzt und erst spät wieder angesprochen wird – und das natürlich nicht sehr authentisch. Diesen Teil der Geschichte hatte ich zu dem Zeitpunkt nämlich schon längst vergessen und er wäre auch gar nicht mehr wichtig gewesen. Eine gute Entwicklung hat dafür Katte durchgemacht. Ihre Szenen waren wirklich gut, auch wenn man trotzdem das Gefühl hatte, das alles im Schnellvorlauf abgespult wurde. Am Ende gab es einige Punkte, die mich sehr gestört haben. Zum einen ging es einfach viel zu schnell und es gab gar keine richtige Erklärung. Die Thematik der Reihe ist großartig, aber es dann einfach auslaufen zu lassen, ist einfach nur frustrierend. Störend war auch, dass sich hier wirklich viele Interpunktions-, Orthografie- und Grammatikfehler eingeschlichen haben.

SPOILER (zum Lesen markieren)
Wieso zum Teufel gibt es einfach keine Erklärung dafür, dass die Squids erst misstrauisch sind und wissen wollen, wieso sie den Menschen trauen sollten und als sie eigentlich keine befriedigende Antwort bekommen, es einfach mal tun!?
Aber das ist gar nicht mal das größte Problem der Geschichte. In diesem Buch gibt es einfach den klischeehaftesten Aufopferungstod, den man sich vorstellen kann. Marek hat während der Ereignisse am Anfang des Bandes ein Bein verloren. Die KI GAIA bietet ihm ein neues an. Er kommt aber zu dem Schluss, dass er seinen Freunden – endlich – helfen muss. Ja, und wie? Irgendwer muss sterben, um den Strom abschalten zu können, der die KI am Laufen hält. Und natürlich opfert sich Marek überraschenderweise. Hinzu kommt auch noch, dass im Buch quasi jeder der Teenager einen Love Interest gefunden hat – nur Marek nicht. Das vermittelt zwei völlig falsche Botschaften: Zum einen sagt es aus, dass er keinen Grund hat, weiterzuleben, weil er ja eh kein Mädchen hat und noch viel schlimmer: Er hat ja eh kein Bein mehr, dann kann er sich ja auch opfern. NEIN! In viel zu vielen Geschichten wird ein kaputtes Bein oder dergleichen einfach geheilt, was ebenfalls schon eine falsche Wertevermittlung ist. Aber das hier…das ist einfach nur falsch. Ich kann verstehen, dass es die bequeme Lösung war und perfekt ins Bild gepasst hat, um aus Marek einen Märtyrer zu machen und dafür zu sorgen, dass er kein Arschloch bleibt – aber trotz allem erzeugt es ein ganz falsches Bild. Und um ehrlich zu sein, hat es für mich den letzten Band kaputt gemacht. Ja, das Ende war auch unbefriedigend, aber damit hätte man leben können, weil ich zumindest gut fand, dass sie nicht mehr in ihre eigene Zeit zurückkönnen und es zumindest zum Thema Tier und Mensch eine gute Botschaft vermittelt, aber bei Mareks Tod sträubt sich in mir einfach alles.
SPOILER ENDE

Fazit:
„Die Quelle des Lebens“ hätte viel Potenzial gehabt, eine wirklich faszinierende Reihe abzuschließen. Leider wird das Ende rasch abgehandelt und enthält wirklich kritische Elemente.

Inhalt: 2/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt: 

Mittwoch, 9. August 2017

[Neuzugänge] #024 - Besser spät als nie

Der Mensch sollte lesen, wozu es ihn gerade treibt; 
was er nur aus Pflichtgefühl liest, wird ihm wenig nützen.
- Francois de la Rochefoucauld

Diesmal konnte ich zwischen diesem und meinem letzten Neuzugänge-Beitrag tatsächlich mal meinen SuB abbauen, obwohl ich ein paar neue Schätze dazubekommen habe. Und keines der gekauften Bücher war ein reiner Lust- oder Frustkauf, sondern gut durchdacht. Mal sehen, ob ich im August auch so tapfer bleibe und meinen SuB nicht unnötig aufbaue.

Kauf:

Link führt zum
Taschenbuch
Godspeed (3) - Die Ankunft von Beth Revis 
Dystopie
Ich weiß gar nicht, wie lange ich mir diesen Band schon holen wollte. Und dann habe ich kürzlich gesehen, dass das Hardcover ausverkauft ist - und einen Herzinfarkt bekommen, weil ich nicht rechtzeitig reagiert hatte. Aber ich hab es doch noch als HC ergattern können und das auch noch preisgünstig. Ich bin gespannt auf den Abschluss.

Endlich am Ziel! Nach einer strapaziösen Flucht durch Sümpfe und Wüsten erwacht Jem in der Oase der Zeitspringer. Doch wie ist er hierher gekommen und wo sind seine Freunde? Katta ist verschwunden, Lucie und der kleine Squid liegen im Koma. Als Anführerin GAIA sich seiner annimmt, keimt in Jem Hoffnung: auf Rückkehr, auf ein neues Leben. Aber dann erwacht Lucie und den Freunden wird klar, in welch perfides Spiel sie geraten sind. Ein Spiel, das die Zukunft der Erde bedroht. In einer finalen Schlacht müssen die Jugendlichen sich entscheiden: Stehen sie auf der Seite der Tiere oder der Menschheit?

Hard Revolution von George Pelecanos
Kriminalroman
Endlich konnte es bei mir einziehen. Gelesen habe ich das werte Schätzchen ja bereits. Aber da es mir so überraschend gut zugesagt hat, verdient es auch einen Platz in meinem Bücherregal.     

Washington, D. C., 1968: Der junge schwarze Polizist Derek Strange fährt bei der Metropolitan Police mit seinem weißen Partner Streife, während sich die Atmosphäre in der Stadt immer weiter aufheizt: die Bürgerrechtsbewegung und der Marsch der Armen, die traumatisierten Rückkehrer aus Vietnam, Sex, Soul, Drogen, Morde, Unruhen und Rassismus. Inmitten dieser explosiven Gemengelage entspinnt sich ein tödliches Drama: Drei Weiße planen einen Banküberfall und ermorden einen Schwarzen, auch Dereks Bruder Dennis wird umgebracht – und in Memphis wird ein Attentat auf Martin Luther King verübt. Für Derek Strange, seine Freunde und seine Feinde ist nichts wie zuvor. Wer ist gut, wer böse – und wem kann man noch vertrauen? Die alten Kategorien gelten nicht mehr, die Welt ist komplex geworden. Und die Revolution hat gerade erst begonnen ...

Ausgeliehen:

Link & Bild zeigen
die neueste
Klett-Cotta-Auflage
Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien
High Fantasy
Dies ist mein dritter Anlauf. Als kleines Kind habe ich das Buch mal bei Bekannten angefangen, aber da war es mir noch zu schwer und ich hab es ja eh nicht selbst besessen. Vor gut 5 oder mehr Jahren habe ich es noch einmal versuchen wollen und in der Rosenheimer Stadtbibliothek ausgeliehen - ich habe es nicht einmal angefangen. Also versuche ich es nun noch einmal. Denn diesen Klassiker sollte man ja eigentlich schon irgendwann einmal gelesen haben. 

»Der Herr der Ringe« in zwei Sätzen: Einem jungen Hobbit namens Frodo wird ein Ring anvertraut, von dem eine dunkle Macht ausgeht. Frodo macht sich mit seinen Freunden auf eine abenteuerliche Reise, um das von der zerstörerischen Kraft des Rings bedrohte Auenland zu retten.

Geschenk:


Herr Müller, die verrückte Katze und Gott von Ewald Arenz
Gegenwartsliteratur
Herr Arenz war kurz vor meinem Praktikumsende im ars vivendi verlag zu Besuch und hat für uns Praktikanten sein Buch signiert. Ein wirklich sympathischer Mensch. Da freue ich mich auch schon aufs Lesen.

Jehudi, Erzengel mit einer Vorliebe für Gin Tonic und verantwortlich für die Verwaltung der Seelen im Vorhimmel, stellt bei seinem Kontrollgang im unsichtbaren vierzehnten Stockwerk des Spiegel-Hochhauses bestürzt fest, dass eine fehlt. Kurt Müllers Seele ist bei seinem ebenso plötzlichen wie tödlichen Fenstersturz in Nürnberg verloren gegangen, und ihr spurloses Verschwinden droht vor der Zeit den Beginn der Apokalypse auszulösen. In der Not bittet Jehudi seinen Bruder Abaddon um Hilfe – einen gefallenen Engel und Dämonenfürsten, der gerade sein Katapult für flugwillige Pinguine testet. Kurt Müller aber hat sich derweil in Frankreich als Katze reinkarniert und keine Ahnung davon, dass nicht nur die Himmelsmächte nach ihm suchen, sondern zudem die Unterwelt den Höllenhund auf ihn angesetzt hat, um seine Seele und damit die Schöpfung für immer zu zerstören. Wird es Kurts Tochter Helena gelingen, zusammen mit Jehudi und Abaddon die Seele ihres Vaters zu finden und den Jüngsten Tag abzuwenden? Doch da ist auch noch Erzengel Uriel mit ganz anderen Rettungsplänen für das Universum. Und wo ist überhaupt Gott? Eine erfrischend humorvolle, bisweilen heiter-sarkastische Auseinandersetzung mit Sinn und Unsinn des Lebens, Religion, Glauben und Fanatismus, mit der Idee von Reinkarnation, Engeln und Gottesbildern.


Habt ihr eines der Bücher bereits gelesen? Wie hat es euch gefallen? Oder liegt es noch auf eurem SuB oder steht auf eurer Wunschliste? Seid ihr Herr der Ringe-Fans oder sind euch die Bücher und Filme so ziemlich egal? Und habt ihr auch signierte Bücher?

Dienstag, 8. August 2017

[Aktion] Gemeinsam Lesen #053


Diese Aktion leiten Summi und Naddlpaddl von Schlunzen-Bücher. Jeden Dienstag stellt man das Buch vor, das man aktuell liest und beantwortet noch eine zusätzliche Frage.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du? 

Gerade lese ich "Infernale - Rhapsodie in Schwarz" von Sophie Jordan und bin bei auf S. 153. Ein Klick aufs Cover führt euch zur Verlagsseite.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite? 
Phelps hat so laut geschrien, gepoltert und gerufen, bis er bei mir ist, um meinen potenziellen Mörder von mir zu rollen, dass sich schon bald eine Menschenmenge in der Krankenstation gebildet hat.
 3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Bisher bin ich noch etwas unsicher, was ich vom zweiten Band halten soll. Mir gefällt, dass Davy alles nicht so leicht verarbeiten kann und sich extrem schuldig fühlt und gleichzeitig sehr vorsichtig und misstrauisch geworden ist. Das passt zu ihren bisherigen Erlebnissen. Mal sehen, ob Sophie Jordan ein Ende für die Dilogie angedacht hat, mit dem ich auch zufrieden sein werde.

4. Nimmst du dir bei bestimmten Büchern vor sie nochmal zu lesen? Wenn ja, tust du es wirklich?

Ja, natürlich. Gerade meine Lieblingsbücher muss ich einfach rereaden. Ich habe schon als Kind Bücher mehrmals verschlungen und das hat sich bis heute nicht geändert. Gerade bin ich auch wieder dabei, ein paar alte Lieblinge erneut zu lesen. Dieses Jahr waren unter meinen Rereads z.B. bereits der erste Band der Reihe Das Zeitalter der Fünf von Trudi Canavan oder auch Seelen von Stephenie Meyer. Die liebe Aleshanee von Weltenwanderer veranstaltet zu diesem Thema dieses Jahr eine tolle Challenge. Es ist einfach ein tolles Gefühl die alten literarischen Freunde wiederzutreffen und die Schauplätze noch einmal zu besuchen. Das ist einfach wie Heimat für mich. 

Montag, 7. August 2017

[Kurzrezension] Selection - Die Kronprinzessin von Kiera Cass

Titel: Die Kronprinzessin
Reihe: Selection
Band: 4
Autor: Kiera Cass
Sprecher: Julia Meier
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Erscheinungsdatum: 23.07.2015
Seiten: 5 Stunden 43 Minuten
Verlag: Goya Libre
Format: Hörbuch
Fassung: Gekürzt
ISBN-13: 978-3-8337-3470-0
Originalpreis: 19,99€

Kurzbeschreibung: 
Zwanzig Jahre nach der Hochzeit von America und Prinz Maxon wird es höchste Zeit, dass ihre Tochter Prinzessin Eadlyn ihr eigenes Casting antritt. Sie ist alles andere als begeistert, denn das Glück ihrer Eltern gibt es kein zweites Mal, da ist sich Eadlyn sicher. Auf keinen Fall wird sie sich in einen der 35 Kandidaten verlieben! Doch als der Wettbewerb startet, muss Eadlyn sich eingestehen, dass die Jungen gar nicht so unausstehlich sind, wie sie dachte. Wird auch sie die wahre Liebe finden? 

Meinung: 
Im vierten Band der populären Reihe wird der Volksliebling America von ihrer Tochter Eadlyn abgelöst, die wiederum beim Volk eher weniger beliebt ist. Deswegen soll sie auch eine Auswahl abhalten. Während es interessant ist zu sehen, dass die Abschaffung der Kasten doch nicht so reibungslos abgelaufen ist, wie gedacht, zeigt sich der Rest des Romans als Farce. Man muss Eadlyn zugutehalten, dass sie eben nicht so ist wie gewöhnliche Protagonisten, sondern durch ihre Allüren und ihr antisoziales Verhalten „glänzt“. Leider ist sie dadurch aber kein bisschen sympathisch und es bleibt lange Zeit fragwürdig, was die Kandidaten bloß in ihr sehen. Schlecht ist das Buch aber nicht geworden. Eadlyn zeigt eine langsame, aber glaubwürdige Entwicklung. Das Ende kam etwas abrupt und frustrierend. Wie in den ersten drei Bänden gibt es viele klischeehafte Elemente, durch die man viele Ereignisse schnell voraussehen kann. Wer mit dem Ende des dritten Bandes zufrieden war, muss diesen hier nicht unbedingt lesen, aber in mancherlei Hinsicht gibt er der Reihe ein wenig mehr Glaubwürdigkeit, wenn es um das Hintergrundgerüst geht. Die Sprecherin macht ihre Sache im Grunde gut, leider ist mir die Stimme allerdings nicht sonderlich sympathisch gewesen - auch wenn sie hervorragend zu Eadlyn passt.

Fazit: 
Selection – Die Kronprinzessin ist eine Fortsetzung für eingefleischte Fans, die wissen wollen, wie es mit der Königsfamilie weitergeht und sich von der widerspenstigen Protagonistin nicht abschrecken lassen. Wer allerdings bereits bei den ersten drei Bänden mäßig begeistert war, wird mit dem vierten Roman nichts anfangen können.

Inhalt: 2/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2/5
Sprecher: 3/5
Schreibstil: 3/5

Gesamt: